Fichtensterben

fichtensterben

Die Wildnis vor der Haustür # 2: Fichtensterben

tote Fichten
entrindete Fichtenstämme hinter Frühlingsgrün, Eiserne Hand, Wiesbaden

Sieben Aufnahmen, alle Taunus April 2020

Im Frühling 2020 lässt es sich auch im Taunus nicht mehr übersehen:  mit dem Fichtenwald geht es zu Ende.

Das ist schon länger so prophezeit worden und wird nun schlagartig augenscheinlich.
Egal ob am Kitzelberg bei Naurod, auf der Eisernen Hand, der Platte oder auch bei Niederseelbach: Überall sind die großen Fichten-Plantagen gerodet worden. 
Der anhaltenden Trockenheit der letzten Jahre und dem durch die milden Winter begünstigten Schädlingsbefall durch den Borkenkäfer haben die Fichten einfach nichts mehr entgegensetzen können.  
Auch fehlte es in einzelnen Forst-Revieren schlicht und ergreifend an Forstwirten um die Borkenkäferplage einzudämmen.  Denn auch die Waldwirtschaft unterlag in den letzen Jahrzehnten einer starken Rationalisierung, durch die vor allem auch Personalstellen eingespart wurden.

Voila, der Klimawandel!

Nun ist das nicht gleich das Ende des Waldes, aber er wird sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte stark verändern. Das muss nicht unbedingt zum Schlechteren sein. So könnten artenreichere Mischwälder an die Stelle des „Fichten-Stangenwaldes“ treten, die mit den extremeren klimatischen Bedingungen besser klar kommen werden. Teile der gerodeten Flächen könnten sich selbst überlassen bleiben auf dass hier – wie schon im Nationalpark bayerischen Wald – ein Urwald entstehe. Auch die Fichte hätte an feuchteren Standorten,  wie zum Beispiel in Tallagen eine gute Chance auf Wachstum.

Eine Nacht auf dem kahlen Berge – Feuerstelle, Eiserne Hand

Trotzdem wurde ich ein wenig melancholisch, als mir das Ausmaß des Fichtensterbens so klar vor Augen geführt wurde. Den Fichtenwald verbinde ich mit meiner Kindheit, hier spielten wir Fangen und Verstecken und ihn betraten wir im Dunkeln, wenn wir uns fürchten wollten.  

Bei Niederseelbach: Die Rodung eröffnet auch ganz neue Perspektiven, man kann jetzt bis zum großen Feldberg schauen!
Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich 1992 in diesem ehemals düstern Waldstück mit dem GPS-Gerät meines Bruders stand. Nach ungefähr einer Viertelstunde des Wartens zeigte mir das Gerät doch tatsächlich meine Position an und ich freute mich wie ein Schneekönig!

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