Cloud Walk

by Fujiko Nakaya noch bis zum 25.08. im ZKM Karlsruhe

Ich mag Kunstwerke, die die eigene Körperlichkeit und Selbstwahrnehmung mit einbeziehen. Ihnen ist eine spielerische Poesie eigen, die mich zum Lachen und Staunen bringt. Wie in diesem Fall der Nebel: er legt sich auf die Haut, hüllt den Körper ein, raubt die Sicht  um im nächsten Moment nur noch zaghaft die Beine zu umspielen. Gleichzeitig verändert sich die gesamte Topographie der unmittelbaren Umgebung. Gebäude tauchen auf und verschwinden, es entstehen Sichtfenster auf vorher nicht wahrgenommene Details, und der dem Museum vorgelagerte Platz weitet und verengt sich so, als hätte er zu pulsieren begonnen. Dafür braucht es aber etwas Wind, dem eigentlichen Gestalter der Nebelskulptur. Windstärke und Windrichtung variieren die Gestalt und Ausdehnung der Skulptur kontinuierlich.  Fujiko Nakaya verwendet für Ihre Nebelkunstwerke den Begriff Negativskulptur – eine Skulptur, die sich der Masse und Schwerkraft entzieht. Ich finde, das passt sehr gut zu einem so antiautoritären Kunstwerk.

Fujiko Nakaya ( Wikipedia )
ZKM cloud walk  

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