WAS BLEIBT #1

Austellung WAS BLEIBT
Ausstellung WAS BLEIBT #1

Fotoausstellung Galerie esc-space 30.03.19 – 27.04.19

Fotoausstellung  WAS BLEIBT

Wir sind umgeben von Dingen. Dinge sind für unser Dasein essentiell.
Vom kindlichen Stofftier angefangen, über das erste eigene Auto, den Ehering, bis hin zu den „letzten Dingen“ begleiten sie uns durch unser Leben. Dinge definieren unseren sozialen Status, sind uns eine Freude und eine Selbstverständlichkeit.
Sie können persönliche Unzulänglichkeiten ausgleichen und zur Erweiterung unseres Horizontes beitragen.
Dinge werden uns aber auch zur Last, so dass wir uns von Ihnen befreien müssen, und überhaupt scheinen wir immer viel zu viele Dinge zu besitzen.
Ein durchschnittlicher Deutscher nennt bis zu 10.000 Dinge sein Eigen und in Großbritannien gab es 2013 geschätzt sechs Milliarden Kleidungsstücke – rund einhundert pro Erwachsenen –  von denen ein Viertel nie getragen worden ist.¹

Dinge – wir sprechen dann von Artefakten –  sind auch unsere wichtigsten Quellen, wenn wir etwas über die Vergangenheit erfahren wollen, denn das Material allen historischen Arbeitens ist das, was im wahrsten Sinne des Wortes übrig geblieben ist. Das ist oft erschreckend wenig. So liegen in einem durchschnittlichen deutschen Stadtarchiv gerade mal vier Urkunden für den Zeitraum des gesamten 12. Jahrhunderts.²
Dinge besitzen im Kontext der Geschichtswissenschaft nicht nur eine Materialität sondern auch eine Medialität. Als Medium/Quelle soll das historische Material – eine alte Fotografie zum Beispiel – die Zeitreise in die Vergangenheit ermöglichen.  Das ist eine Krux, denn Medien haben nun mal als „Mittler“ die schlechte Eigenschaft sich zwischen uns und „das Eigentliche“ zu schieben.
Spätestens an diesem Punkt, lohnt sich die erkenntnistheoretische Frage:
Wer spricht hier eigentlich zu/mit wem?
Ein Beispiel: wenn wir in einer lauen Sommernacht, vielleicht mit ein paar Freunden, Freundinnen in den Sternenhimmel blicken, dann verfallen wir leicht ins Philosophieren. Möglicherweise über die Zeit, den unendlichen Raum und der Flüchtigkeit der eigenen Existenz.  Aber und das vergisst/übersieht man in seiner quasi natürlichen auf sich selbst zentrierten Sichtweise leicht –  nicht nur wir befragen die Sterne, sondern auch die Sterne befragen uns!

Was Bleibt beschäftigt sich mit Dingen, die von Menschen bleiben und denen die nach ihrem Tod dazukommen.

¹Frank Trentmann, Herrschaft der Dinge, München: Deutsche Verlagsanstalt 2016
²Achim Landwehr, Die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit, Frankfurt am Main: Fischer Verlag GmbH 2016

WAS BLEIBT

Eine Fotoausstellung von Bolee

Vernissage: 30.03.19
Einführung: Dr. Piecha
Chor: Antischall

Öffnungszeiten:
Montag: 19:00 – 22:00 Uhr
Mittwoch: 17:00 – 20:00 Uhr
und nach Vereinbarung

Finissage: 27.04.19 19:00 Uhr

Galerie esc-space
Emanuel-Geibel-Str. 12
65185 Wiesbaden
0611/40 700 95
office@esc-space.de
esc-space.de



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.