„Im Internet weiß keiner das du ein Hund bist“ ( snoopy )

Pinguine Kampa Museum Prag

Pinguine Kampa Museum Prag
Gelbe Pinguine, Kampa Museum, Prag 2015, „Cracking Art Group“ 2008

Was in windows etc. und im netz das interface ist – nämlich die Schnittstelle zwischen Funktion und Repräsentation -, ist im Städtebau die Fassade. Hier ist die Stelle an der Sinnvermittlung stattfindet. Gebäude werden zu Träger von Ideen, Weltbildern, Ausdruck von Machtanspruch und Selbstbespiegelung. Weniger glorreich können Gebäude, Stadtviertel, Wohnungen Menschen sozial ausschließen, krankmachen und im schlimmsten Fall sogar töten (z.B. Gefängnisse).

Simulation ist nun eine Technik die Funktion und Fassade/Interface entkoppelt und zu einem neuen Dritten synthetisiert.

„Main Street Disneyland“ ist nicht zu kritisieren weil es artifiziell wäre sondern weil es uns die Einkaufszentren, Kongresszentren, Fußgängerzonen, mit ihren meeting points, Cafes und lustigen Musikanten als Realität vermittelt. Hier ist auch der Bruch zwischen aufkläririscher, utopischer Moderne und Postmoderne. Während die Moderne noch die gesellschaftliche d.h. soziale Realität im Auge hatte, so hat die Postmoderne diesen Anspruch als arrogant verworfen und ist dazu übergegangen selbstgefällig und kritiklos heile Welten zu schaffen. Diese neuen Räume ersetzen soziale Treffpunkte wie  Plätze, Cafes, Eckkneipen, Bunkergalerien ja ganze Straßen und Viertelstrukturen in dem sie diese simulieren. Dies geschieht im Sinne einer kapitalen Verwertungslogik die Raum nur als Ressource begreift. Diese Räume sind nicht mehr öffentlich sondern Zugang und Verweildauer werden kontrolliert. Alte  soziale Strukturen werden wegsaniert, weggekauft oder im extremen Fall werden die Menschen einfach vertrieben. Wobei es auch umgekehrt den Fall gibt das Viertel/Menschen einfach „aufgegeben“, sie sozial ausgeschlossen und Ihrem Schicksal überlassen werden. Anfang der neunziger kippte die Diskussion um die Partizipation und Verteilung gesellschaftlichen Reichtümern und an damit insgeheim erhoffter gesellschaftlicher Befriedung ( Sozialstaat und social control ) hin zu einer der gesellschaftlichen „Plagen“ und „Katastrophen“ ( Hooligans, Zigeuner, Skinheads, allgemein Gewalt, Aids, BSE ) und betrachtete nunmehr alles Abweichende als gesellschaftliche Bedrohung der entschieden entgegengetreten werden müsse.

Während Computer/Internet in den 70zigern, 80zigern noch als Mittel zu einer gesellschaftlichen Emanzipation diskutiert wurden, hat sich nach Millionen von online- Arbeitsplätzen die Hoffnung und einer besseren Welt nun in das Netz selbst verlagert. Es bleibt die Frage ob das ausreicht und ob es nicht nur ein Rückzugsgefecht darstellt, man sich selbst marginalisiert. Wenn es mal eine Welt geben sollte in der man genauso gut im Netz leben kann, wie in einer Jugendstilvilla am Meer dann soll es auch gut sein  – bis dahin brauchen wir – SPACE.

Leicht um ein Zizat gekürzter Text ohne feststellbaren Autor aus dem Jahr 2001 (irgendwie aus dem Umfeld von „BruceSaunder“)

Ein kleiner funkelnder Stern aus dem Jahr 2001 den Taumelland auf einer verstaubten CD gefunden hat und Euch nicht vorenthalten möchte.

Na! Was meint Ihr? Kann man 2018 im Internet leben wie in einer Jugendstilvilla am Meer?!

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