Drachensee und Drachenseelein

drachensee, miemingerkette

Drachensee, Mieminger Kette; Drachenseelein, Grainau beide August 2016

Der dritte und vierte See auf Taumelland und noch kein Ende in Sicht. 🙂
In Ihrer Tradition visualisieren Landschaftsmotive und damit auch Waldbilder Vorstellungswelten und Gemütslagen und verbildlichen weniger Natur als Gefühlszustände.
Wie auch schon hier und hier beschrieben.

Das Spezifische an der Konnotation von Seen ist, dass sie auf das Subjekt selbst verweisen. Sie fungieren als ein Seelenspiegel.
Ein See steht immer auch für einen Ort/Katalysator einer möglichen Selbsterkenntnis.

Das ist schon in der griechischen Mythologie so verankert.

Als Narziss klein war, befragte seine Mutter einen Seher, ob Ihr Sohn ein langes Leben haben werde.
Die Antwort lautete: „Ja – wenn er niemals sich selbst erkennt“.
Im Laufe seines Lebens wurde Narziss dazu verdammt, sein –  zugegebener  MaĂźen –  extrem gut aussehendes Spiegelbild in einem See zu begrĂĽbeln.
Bekanntlich verliebte er sich so sehr in sich selbst, dass er an dieser Leidenschaft schlieĂźlich zu Grunde ging.

An dieser Geschichte hängt noch eine andere, die mehr etwas mit den Bergen zu hat und die ich Euch hier nicht vorenthalten möchte.

Zu den von Narziss verschmähten gehörte auch Echo – eine Nymphe der Quellen und Wälder, die sich unsterblich in Ihn verliebt hatte. Diese war wie so oft und damals allgemein ĂĽblich ebenfalls verflucht worden.
Sie war Ihrer Fähigkeit zu sprechen beraubt worden und konnte nur noch die letzten Silben dessen wiederholen, was Ihr Gegenüber  gesagt hatte. Dafür verachtete sie Narziss zutiefst.
Echo verstarb an gebrochenem Herzen und nur Ihre Stimme blieb von ihr ĂĽbrig.

Also, wenn Ihr das nächste Mal in den Bergen seid und ein Echo vernehmt, wisst Ihr ja nun, woher es rührt.

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